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Ackerstücke

Beton
Abgüsse von frisch gepflügten Ackerflächen
60 x 60 x 40 cm

Beton-Abgüsse von frisch gepflügten Ackerflächen. Die repetitiven, maschinellen Spuren des Pfluges hinterlassen Erdschollen von unterschiedlicher Beschaffenheit: zufällige Bruchkanten, sowie geglättete Spuren des Werkzeugs, tiefe Furchen, spitze Grate. Die gewaltige Kraft der Maschine auf weicher Erde, die perspektivische Gliederung der Fläche in Berg und Tal, Licht und Schatten. Flüssiger Beton füllt in speziell hergestellten Schalungen die kleinsten Hohlräume aus, sodass die Leere materialisiert und abgebildet wird.

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Schönbuch

Gips
Birke, Schwarzpappel, Rotbuche, Silberweide
20 x 20 x 50 cm

Durch einen mehrstufigen Abgussprozess verschiedener heimischer Baumarten aus dem Schönbuch werden die unterschiedlichen Rindenstrukturen und spezifische Merkmale der Form und Oberfläche der Bäume sichtbar. Im Gussprozess werden die Baumstämme von ihrer ursprünglichen Materialität, Farbe und Struktur in ein neutrales, weißes Gips-Negativ übersetzt. Dieser Abstraktionsprozess fasst die verschiedenen Körper in einem Spannungsfeld von Positiv und Negativ zusammen.

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Torus, Trochilus

Wandrelief (Gips, 80 Teile, 180 cm x 240 cm)
Säulen (Gips, 3 Säulen, 120 cm – 170 cm)
Spiegelung (Gips, 2 Teile, 60 cm)

Diplom Bildende Kunst, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Oft ist das was man nicht sieht entscheidender als das Sichtbare. Diese Erkenntnis bildet die Basis der dreiteiligen Diplomarbeit „Torus, Trochilus“.

Gipsabgüsse von klassizistischen Vasenformen der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (KPM), deren Negativformen mir zur Verfügung gestellt wurden, dienen als Grundlage meiner Untersuchungen an der Schnittstelle zwischen Architektur und bildender Kunst.

Der Werkkomplex stellt in den Proportionen seiner Gefüge einen klaren Bezug zum menschlichen Maß her und bildet Analogien zu antiken Säulen. In einem verschachtelten Prozess positiver und negativer Abgüsse entsteht durch die geometrische Fügung der Vasenteile eine an die griechische Säulenordnung erinnernde Architektur.

Die auch auf dem Gebiet der Architektur charakteristischen Denk- und Verfahrensweisen spiegeln sich in der raumgreifenden Installation wieder: Positiv und Negativ, Leere und Fülle, konvex und konkav, Stapelung und Reihung oder Maß und Proportion sind Prinzipien, die intensiv Anwendung finden, wenn die weißen Vasenhälften in eine poetische Organisation von Raum transformiert werden.

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Geschichtliche Lücken

Kunst im öffentlichen Raum,
Projekt der Klassen Prof. Udo Koch und Prof. Mariella Mosler mit der Stadt Tuttlingen.

Ein verheerender Stadtbrand zerstörte 1803 den historischen Stadtkern von Tuttlingen und löschte die mittelalterliche Fachwerkstruktur der Stadt komplett aus. Die Arbeit „Geschichtliche Lücken“ thematisiert die Abwesenheit der historischen Bausubstanz durch Abformung und Ergänzung. Sie wird zum stillen Monument der Abwesenheit der Geschichte an diesem Ort.

Die Spuren der mittelalterlichen Fachwerk-Stadt Tuttlingen vor dem Stadtbrand 1803 werden als „Geschichtliche Lücken“ wieder in den Stadtraum integriert. Die Straßenflucht der neuen Bebauung wird um Reliefs aus Beton ergänzt und zitiert so die dichte und geschlossene Anmutung der Stadtsituation vor dem Brand.

Beim Wiederaufbau des Stadtkerns von Tuttlingen wurden von Carl Leonard von Uber nach klassizistischen Plänen Brandabstände / „Lücken“  zwischen den Gebäuden eingeführt, die zu einer völlig neuen städtebaulichen Situation führten. Die Reliefs der Fachwerk-Segmente schließen die Lücken und bilden beim Ausblenden der neuen Bebauung eine komplette Fachwerkfassade nach. Die Arbeit „Geschichtliche Lücken“ erinnert an den ausgelöschten historischen Stadtkern.

Visualisierung, nicht realisierte Utopie

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Die Schau der Dinge (1230°C)

Porzellan, Steinpulver
77 Porzellantafeln

Steine faszinieren mich. Mit jeder Reise an einen neuen Ort auf der Erde wächst die Steinsammlung in meinem Atelier. Für Arbeit 1230°C wurde ein Teil dieser Sammlung aufwändig pulverisiert und in bestimmten Verhältnissen mit reinem Porzellan gemischt. Durch die Beimischung der Gesteinspulver in das Porzellan entsteht eine Farbpalette von außergewöhnlicher Harmonie.

Millionen von Jahre verdichtete Materie erfährt bei 1230°C eine letzte Transformation, wobei die entstehenden Farbnuancen auf verschiedene Gesteinsarten und Mischungsverhältnisse zurückzuführen sind. Mit Bezug auf den jeweiligen geografischen Fundort und einer wachsenden Zahl der archivierten Gesteinsarten bildet die Farbpalette zunehmend ein repräsentatives Abbild unserer Erde.

Das ehrfürchtige Schauen, Respekt und Achtung vor der Vergänglichkeit unserer Umwelt und die Rückbesinnung auf das Wesentliche bilden das Fundament der Arbeit.

001 roter Granit 002 grüner Gneis 003 Basalt 004 Hämatit 005 gelber Granit 006 Graphit 007 Magnetit 008 Glimmer 009 Eisenglimmer A 010 Eisenerz 011 Eisenglimmer B 012 Lapislazuli 015 grauer Granit 016 Bohnerz 017 Epidot 018 grüner Jaspis

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Erde & Wind auf Papier

Erde von verschiedenen Orten der Welt & Sturmtief Mortimer auf Papier + Tonaufnahme des Sturmtiefs als Soundinstallation
18 gerahmte Blätter
60 x 50 cm

Pulverisierte Erden werden in der Natur bei starkem Wind auf Papier gestreut. Die Erde auf den Blättern lässt sich als Hinweis auf die Besonderheiten der jeweiligen Fundorten lesen. Größere Körnungen und mikroskopische Staubpartikel werden hinter Glas konserviert.
In der Arbeit kommen die Kräfte der Natur auf faszinierender Weise zusammen. Millionen Jahre Druck, Farbigkeit, Energie. Er gibt kein anderes Material, mit dem man mit einer Handvoll so viel über den Planeten aussagen kann als mit Erde, Stein oder Sand.

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Gravité Striée

Keramik, Farbkörper
Extrusion

Die Objekte der Reihe „Gravité“ treiben keramische Materialien und Prozesse bewusst an ihre Grenzen, um bildhauerische Fragestellungen zu untersuchen und räumliche Erkenntnisse zu erlangen. Bei der keramischen Extrusion wirken in speziell gebauten Maschinen enorme Kräfte auf den Ton. Sie werden sichtbar und spürbar, wenn sich das plastische Material verformt, sich der Schwerkraft hingibt und dabei die gesteuerte Zufälligkeit des Fallens, des Liegenbleibens und der Dynamik erforscht wird. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung einer Form zwischen Gerichtetheit und Kollaps, dem Phänomen der Anhäufung und dem farbigen Verweis auf die Dynamik des Extrusions-Prozesses.

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Tas Monochromes

Keramik, Glasur, hoch pigmentierter Lack
11 Unikate in variablen Größen

Die Objekte der Gruppe TAS MONOCHROMES stellen unsere Wahrnehmung auf die Probe. Sie ziehen Blicke auf sich, regen die Fantasie an und überraschen, irritieren, polarisieren, ziehen an. Sind die Plastiken beweglich, elastisch, weich, instabil? Verformen sie sich jeden Moment und drohen gar zu kollabieren? Sind sie gespannt wie eine Feder, können sie eine eigene Dynamik und Kraft entwickeln?

Die Diskrepanzen zwischen Anmutung und Material, zwischen Optik und Haptik, zwischen Konvention und Experiment stellen einen reizvollen Aspekt der Arbeit dar.

Der Titel TAS (französisch „Haufen“) MONOCHROMES wirft die Frage nach dem Phänomen „Haufen“ und die Auseinandersetzung mit dem Thema Farbigkeit in den Raum. Das formale Spannungsverhältnis von geschlossener zur offener Form und ihrer Gerichtetheit steht neben ihrer extremen Farbigkeit im Vordergrund. Bildhauerische Prinzipien werden sichtbar gemacht.

Die Oberfläche der keramischen Objekte wurde glasiert und mit einem hoch pigmentierten Lack in ultramatter Qualität lackiert. Die pudrige Anmutung provoziert die Täuschung der Sinne beim Betrachten.

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Kern

27 Bohrkerne
Beton von Stuttgarter Großbaustellen
geschliffen und poliert

Für die Arbeit „Kern“ wurde das scheinbar alltägliche Material Beton als Bohrkern auf Stuttgarts großen Baustellen gesammelt.
Die Schnittflächen der zylindrischen Körper wurden aufwändig geschliffen und poliert, um den Blick auf deren Zusammensetzung zu lenken und zu schärfen. Eine sich nun abbildende Vielzahl von Gesteinsarten und deren spezifische Formen und Farben bildet den elementaren Aspekt der Arbeit.

Die im bautechnischen Fachjargon sehr nüchtern als „Gesteinskörnung“ bezeichnete Komponente des Betons wird als unfassbare Vielfalt von kleinsten Bestandteilen unseres Planeten sichtbar. Zu Steinen verdichtete Zeit, Millionen Jahre Druck. Von den Alpen sind sie in Form von Geröll über die Zuflüsse des Neckars bis nach Heilbronn gelangt. Betonierte Energie.